
Über mich
Mein Name ist Nadine und ich bin Historikerin, Autorin und Referentin. Ich bin die Gründerin von ABENDSANG und habe seit 2018 sechs Bücher veröffentlicht.
Ich lebe mit meinem Mann und unseren drei kleinen Buben im Bayerischen Wald. Hier lebe ich meine Begeisterung für Brauchtum, historische Handwerkstechniken und die Lebensweise und die Geschichten vergangener Traditionen aus.

Vielleicht liegt die größte Gabe der Vergangenheit nicht darin, dass sie uns zurückblicken lässt,
sondern dass sie uns lehrt, achtsam im Augenblick zu verweilen.

Schon als Kind zog es mich an alte Bauernhäuser, knarrende Treppen, verwitterte Scheunen und verstaubte Dachböden. Es waren Orte, an denen ich lange verweilen konnte – neugierig auf die Menschen, die dort einst gelebt, gearbeitet und ihren Alltag verbracht hatten. Ich stellte mir vor, welche Hände einen Tisch gezimmert, ein Leinentuch bestickt oder ein Brot im alten Backofen gebacken hatten. Mich faszinierte nicht nur das, was ich sah, sondern vor allem das, was nicht mehr sichtbar war: die Geschichten, Erinnerungen und kleinen Spuren eines längst vergangenen Alltags.
Manchmal hatte ich das Gefühl, als trügen diese Dinge ihre Geschichten noch immer in sich. Als müsste man nur lange genug verweilen, um eine Ahnung davon zu bekommen, was sie im Laufe der Zeit erlebt haben. Lange konnte ich diese Empfindungen selbst nicht richtig einordnen, ich wusste nur, dass mich die leisen Dinge besonders berühren: Der Duft jahrhundertealter Holzbalken, das Knarren alter Dielen, der erste Nebel zwischen den Fichten, das Licht, das durch kleine Fenster auf einen staubigen Dachboden fiel, der Geruch frisch gebackenen Brotes aus einem Holzofen.
Ich nahm Stimmungen, Gerüche und Atmosphären oft intensiver wahr, als ich sie erklären konnte. Erst viele Jahre später verstand ich, dass genau darin der Ursprung meiner Leidenschaft lag, dass ich meine Sensibilität zu meiner Stärke machen kann.
Nicht die großen historischen Ereignisse berühren mich, es sind die kleinen Gewohnheiten des Alltags, die über Generationen hinweg weitergegeben wurden und von denen viele bis heute nachklingen, die auch in mir ihren Widerhall finden.
Aus dieser Faszination wurde schließlich mein Beruf.


Heute bin ich Historikerin, Autorin und Referentin. In meiner Freizeit sammle ich alte Gegenstände, erkunde historische Häuser, beschäftige mich mit traditionellen Handarbeitstechniken, male, singe und musiziere. Seit 2018 veröffentliche ich Bücher über Kulturgeschichte, Brauchtum und die Lebenswelt vergangener Generationen. In Vorträgen, Veröffentlichungen und meiner täglichen Arbeit beschäftige ich mich mit der Frage, was wir von früheren Generationen lernen können und weshalb manches Wissen bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.
Doch je länger ich mich mit diesen Themen beschäftigte, desto deutlicher wurde mir, dass sich Geschichte nicht allein durch Bücher oder Vorträge vermitteln lässt.
Man muss den Widerstand einer Handmühle spüren.
Den Duft eines Sauerteigs wahrnehmen.
Mit den Händen einen Brotteig kneten.
Das Feuer eines historischen Backhauses erleben.
Oder morgens durch den Wald gehen, wenn die Welt noch ihr jahrhunderte altes Schweigen in sich trägt.
Erst dann wird Geschichte mehr als Wissen – Sie wird zu einer Erfahrung.
So entstand nach und nach die Idee von Abendsang.




Abendsang ist für mich weit mehr als Bücher, Vorträge oder Retreats. Es ist der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen Geschichte nicht nur kennenlernen, sondern mit allen Sinnen erleben dürfen. Einen Ort, an dem überlieferte Handwerkstechniken, gelebtes Brauchtum und die Rhythmen der Natur wieder ihren Platz haben. Einen Ort, an dem die Jahreszeiten bewusst wahrgenommen werden dürfen und einfache Tätigkeiten dabei helfen, den Alltag für eine Weile loszulassen und wieder ganz im Augenblick anzukommen.
Denn ich glaube, dass viele der Tätigkeiten, die unsere Vorfahren ganz selbstverständlich ausübten, noch heute etwas Wertvolles in sich tragen.
Nicht, weil früher alles besser gewesen wäre, sondern weil manches den Menschen seit Jahrhunderten begleitet hat – und uns heute noch helfen kann, wieder bewusster zu leben.
Wenn wir Brot backen, Kräuter sammeln, sticken oder Geschichten erzählen, geschieht oft etwas Erstaunliches:
Unsere Hände finden einen Rhythmus, die Gedanken werden leiser.
Und für einen Moment rückt nicht das Gestern oder Morgen in den Mittelpunkt, sondern einzig das, was gerade vor uns liegt.
Genau darin liegt für mich die Seele von Abendsang:
In dem Gedanken, dass die Vergangenheit uns nicht nur Geschichten hinterlassen hat, sondern auch eine Lebensweise, die uns bis heute berühren kann. Wer sich für einen Moment dem Rhythmus der Hände, der Jahreszeiten und der einfachen Tätigkeiten anvertraut, entdeckt oft etwas, das im Alltag leicht verloren geht: die Fähigkeit, ganz im Augenblick zu leben. Aus dieser Aufmerksamkeit wächst Ruhe und Achtsamkeit. Und daraus entsteht nicht selten das Gefühl, sich selbst wieder ein Stück näher zu kommen.





